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‚Wenn Stoffe doch sprechen könnten‘ – Sophie Ploeg

24. Juli 2019 Kein Kommentar

‚Wenn Stoffe doch sprechen könnten‘ – Sophie Ploeg

24. Juli 2019 Katharina 3 Min. Lesezeit Kein Kommentar

Fallen Leaves, Sophie Ploeg, © Sophie Ploeg

Einen Augenblick innehalten, die Geschichten hinter den Stoffen und der Mode sehen – dazu laden uns Sophie Ploegs Bilder ein. Doch was denkt Sophie Ploeg über das Künstlerdasein, das Malen mit Pastellfarben und den Wert von Stoffen?

Katharina: Sophie, wann hast Du damit begonnen, Künstlerin zu sein und gab es dafür einen besonderen Auslöser?

Sophie: Ich glaube, es gibt wenige Künstler, die solch einen Anfangsmoment haben, und auch für mich gab es ihn so nicht. Ich habe Kunst immer geliebt und damit nie aufgehört. Es ist nicht wirklich ein Beruf, sondern eher eine Leidenschaft. Nach der Geburt meiner Kinder, entschied ich mich dazu, zu Hause zu bleiben. Dies gab mir auch die Möglichkeit, mehr Zeit mit dem Malen und Zeichnen zu verbringen.

Giselle, Sophie Ploeg, © Sophie Ploeg

Katharina: Das ist ein spannender Punkt, Künstler zu sein ist vor allem eine Leidenschaft, die in einem liegt. In deinen Gemälden liegt eine bestimmte Ruhe, sie strahlen diese aus. Liegt dies daran, dass du Pastellfarben verwendest?

Sophie: Ja, meine Bilder besitzen solch eine Stimmung. Ich möchte eine menschliche Stimmung wiedergeben in all meinen Bildern. Die meisten meiner Bilder sind Ton in Ton gehalten. Es gibt Licht und Schatten, aber wenig starke Farben. Damit erschaffe ich die ruhige Stimmung.

Katharina: Die Verwendung von Pastellfarben ist faszinierend und dies trägt wirklich zur Stimmung bei. Zu deinen Bildern schreibst du auf deiner Webseite: ‚Die Vergangenheit ist meine Malbox‘. Welche vergangene Zeit magst du am liebsten?

Sophie: Das 17. Jahrhundert gefällt mir besonders gut. In dieser Zeit sind meine beiden Heimatländer, England und die Niederlande, eng miteinander verbunden. Eine Zeit, in der Wissenschaft, Astronomie und Literatur blühten, und die Spitze als Stoff besonders beliebt wurde.

Labyrinth, Sophie Ploeg, © Sophie Ploeg

Katharina: Du erwähnst die Spitze, den Spitzkragen sehen wir in einigen deiner Bilder. Die ganze Bildserie hast du ‚Stoffe‘ genannt. Wenn wir über Mode sprechen, denken wir oft an das finale Produkt. Warum findest du, dass wir auch über die Stoffe nachdenken sollten?

Sophie: Wenn Stoffe doch bloß sprechen könnten. Heutzutage wird Kleidung so schnell weggeworfen. Doch in der Vergangenheit verwendete man Stoffe oftmals weiter. Und Stoffe sagen viel über die Person aus, die sie tragen. Stoffe rufen zugleich auch viele Erinnerungen hervor. Bei wem kommen nicht Erinnerungen auf, wenn wir den Schal der Großmutter, das Hochzeitskleid oder ein Kleidungsstück aus der Kindheit in den Händen halten, an ihm riechen?

Katharina: Hast du einen Lieblingsstoff?

Sophie: Oh, das ist eine schwierige Frage. Offensichtlich mag ich die Herausforderung Spitze zu malen. Aber unabhängig vom Malen, ist mein Lieblingsstoff wohl Seide. Sie ist so charakteristisch und wunderschön.

Sich wiederholende Muster, Sophie Ploeg, © Sophie Ploeg

Katharina: Zu jedem Stoff gehört auch diejenige, die ihn trägt. Wenn wir uns die Frauen in deinen Bildern ansehen, so tragen sie verschiedene Stoffe. Wie sind für dich Mode und Identität miteinander verknüpft?

Sophie: Ich denke, viele von uns drücken etwas über sich selber mit ihrer Kleidung aus. Auch wenn wir uns nicht für Kleidung interessieren, so können wir dies zeigen. Mode spiegelt auch die Werte einer Gesellschaft wider. Wenn man also herausfinden möchte, wer die Person in einem Bild aus dem 17. Jahrhundert ist, sagt die Kleidung viel über sie aus. Und schnell merkt man, in unserer Zeit hat sich nicht viel verändert.

Wenn ihr mehr dazu sehen möchtet, wie Mode und Identität miteinander zusammenspielen, besucht die Webseite von Sophie Ploeg, www.sophieploeg.com.

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