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Schmuck kann sprechen – Maisie Broadhead

21. August 2019 Kein Kommentar

Schmuck kann sprechen – Maisie Broadhead

21. August 2019 Katharina 2 Min. Lesezeit Kein Kommentar

Katharina: Liebe Maisie, Deine Fotografien zeigen Frauen, die aus der Vergangenheit zu kommen scheinen. Aber bevor wir uns ihnen zuwenden, bleiben wir noch kurz bei Dir und Deiner Vergangenheit. Wann bist Du Künstlerin geworden?

Maisie: Ich war nicht besonders gut in der Schule. Am wohlsten fühlte ich mich immer im Kunstunterrichtsraum. Meine beiden Eltern sind Künstler. Ich wusste, man kann auch als Künstler sein Geld verdienen. Doch es dauerte lange, bis ich richtig motiviert war. Mit 27 machte ich dann den Master an der ‚Royal College of Art‘ in Schmuck und Metall. Danach fühlte ich mich motiviert als Künstlerin zu arbeiten.

Katharina: Es hört sich danach an, dass Du dich bei der Kunst wohlfühlst. Dies hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Kunst Dich von klein auf begleitete. Ich habe gelesen, dass Du auch mit Deiner Mutter zusammengearbeitet hast. Kannst Du uns etwas dazu erzählen?

Maisie: Meine Mutter war für mich immer eine Inspiration, ein Fels in der Brandung. Im Jahr 2011 lud uns die Mardsen Woo Gallery dazu ein, zusammenzuarbeiten. Dann lief bis vor kurzem unsere gemeinsame Ausstellung ‚ReFrame‘ in Manchester. Und für die Zukunft gibt es auch weitere Pläne.

Katharina: Deine Mutter stellt unteranderem Stühle her. Du machst in Deiner Kunst etwas anderes: Du fotografierst.

Maisie: Ich mag den Gedanken, dass ich ‚Bilder mache‘. In einem Studio habe ich gute Möglichkeiten: Ich kann entscheiden, wie das Set und die Beleuchtung aufgebaut werden.

Katharina: Ich finde, man sieht in Deinen Werken Deinen Wunsch ‚Bilder zu machen‘. Denn in den Bildern findet sich oftmals etwas individuelles, etwas unerwartetes. Nehmen wir uns die Serie ‚Pearls‘ vor. Die Frauen in den Porträts tragen Perlenketten. Aber dann: Diese Ketten reichen aus dem Bildraum hinaus. Wie kamst Du auf die Perlenketten?

Maisie: Vor einiger Zeit brauchte ich Informationen zu einem Monarchen aus dem 17. Jahrhundert. Dabei stieß ich auf viele Frauenporträts. Die Bilder zeigen oftmals unverheiratete Frauen und ihr Schmuck dient nicht nur der Dekoration. Die Perlen vermitteln Eigenschaften, die zu der Zeit wichtig für eine Frau waren: Unschuld, Schönheit, religiöse Andacht und sexuelle Reinheit. Und die Perlen, die aus den Bildern herausgehen, vermitteln was den Frauen bevorsteht.

Ball and Chain, aus der Serie ‚Pearls‘, Maisie Broadhead, 2016

Katharina: Wenn wir an die früheren Jahrhunderte zurückdenken, dann lebten Frauen wirklich mit strikten Idealen. Daran erinnern uns Deine Frauenporträts mit den Perlenketten. Denn die Frauen erscheinen in den Bildern oftmals als Gefangene. Aber die Ketten verbinden uns auch mit den Frauen, denn die Perlen reichen in unseren Raum.

Maisie: Schmuck ist extrem wichtig. Wie ein Talisman wandert er von Generation zu Generation. Schmuck kann auch sprechen. Er sagt so viel darüber aus, wer wir sind, welchen Status wir haben.

Wenn ihr mehr Kunst von Maisie Broadhead sehen möchtet, besucht gerne ihre Webseite maisiebroadhead.com.

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